Wir leben in einer dualen Welt. Vieles um uns herum entspricht diesem System, dem System der zwei Seiten. Unser Leben ist geprägt von Tag und Nacht, von hell und dunkel, langsam und schnell. Beispiele derer lassen sich viele finden. Einiges in unserem Leben verläuft innerhalb des Spannungsfeldes dieser Gegenteile und wir wissen schon seit Kindheit an, dass ein Gleichgewicht der gegensätzlichen Seiten als Ziel erstrebenswert ist, weil es uns vor Schaden schützt. Gerät das Gleichgewicht in Schieflage und dominiert eine Seite, dann folgt zwangsläufig ein Unwohlsein.

 

Im Leben genauso wie beim Singen ist es daher wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung anzustreben.

 

In einer Welt aber, die eher einseitig von „schneller“, „höher“, „weiter“ geprägt ist, ist es von Bedeutung, sich Zeiten zu nehmen, um zu entspannen! Das tut nicht nur generell uns allen gut, sondern regeneriert als vielsingender Mensch vor allem die Stimme.

 

Hier ein paar Tipps, die ich mit dir teilen möchte, wie ich mich regelmäßig entspanne und dadurch regeneriere:

Ruheplatz

Richte dir einen schönen Platz in deiner Wohnung ein, in dem du zur Ruhe kommen darfst. Vor allem, wenn dieses ruhige Plätzchen gemütlich aussieht, hast du viel mehr Lust, dich dort aufzuhalten. Nimm ein Sitzkissen, einen Sessel oder einfach nur einen Hocker und positioniere ihn so, dass du dich dort wohl fühlst. Manche Menschen mögen es nicht, wenn sie mit dem Rücken zum Rauminneren sitzen. In diesem Fall ist es besser, den Meditationsplatz so einzurichten, um mit dem Gesicht zur Raummitte zu blicken. Was benötigst du noch, um zur Ruhe zu kommen? Ich schaue beim Entspannen gerne in eine brennende Kerze. Deshalb habe ich immer einen Vorrat an Teelichtern und Streichhölzern parat. So kann ich mich zu jeder Zeit entspannen, ohne immer wieder zwischendurch aufstehen zu müssen.

Ätherische Öle

Ich bin regelrecht verliebt in die sanfte Wirkungsweise ätherischer Öle und nutze dies für mich gezielt, um meinen Geist zu Ruhe kommen zu lassen. Am einfachsten ist es, einige Tropfen eines 100% naturreinen ätherischen Öls in eine Duftlampe zu geben. Mittlerweile gibt es aber auch schon viele technische Neuerungen, die das Beduften von Räumen vereinfachen, wie z.B. elektrisch betriebene Diffusoren u.v.m. Vor allem Pflanzendüfte, die entspannend wirken, kommen dem Ruhebedürfnis entgegen. Hier eine kleine exklusive Auswahl zur Meditation geeigneter Düfte und ihre Wirkungsweisen (nach: Gerti Samel, Barbara Krähmer: Heilende Energie der ätherischen Öle, Irisana Verlag, 2013, ISBN 978-3-424-15194-7):

  • Cistrose (Cistus ladaniferus): gut geeignet, um zu sich zu kommen und zu meditieren; dringt tief in die Seele; kann Trauer auflösen; gilt auch als Notfallöl bei seelischen Traumata
  • Ginster (Spartium junceum): führt nach innen; stimmt still; lindert seelische Verletzungen; entspannt; versetzt in eine träumerische Stimmung
  • Immortelle (Helichrysum angustifolium): hilft, Probleme gelassen zu betrachten; befreit die Seele von unnötigem Ballast; hilft, zur inneren Ruhe zu gelangen
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea): beruhigend; entspannend; öffnet den Geist; ermutigt, ungewöhnliche Wege zu gehen; gut für Traumreisen (nicht in der Schwangerschaft anwenden!)

Ohne zu denken

Wenn man damit beginnt, sein Ruheplätzchen aufzusuchen, dann fällt es einem am Anfang noch schwer, an nichts zu denken. Man hat das Gefühl, dass die eigenen Gedanken gerade im Ruhezustand besonders schnell rasen. Ständig kommen einem neue Ideen in den Kopf, die an- und zu Ende gedacht werden möchten. Auch wenn ich persönlich diese Meditationszeit oft gezielt für mentale Arbeit nutze, schätze ich es hin und wieder aber auch sehr, mir eine „leere Gedankenzeit“ zu gönnen. Also eine Zeit, in der ich an überhaupt nichts denke, sondern nur noch bin. Irgendwie nehme ich mich dann auch überhaupt nicht mehr wahr, sondern genieße das unglaublich beruhigende und erdende Gefühl, einfach nur zu existieren. Solltest du Schwierigkeiten haben, dein Gedankenkarusell im Kopf anzuhalten, dann konzentriere dich zunächst bewusst auf einzelne Details, z. B. die vorhandenen Hintergrundgeräusche im Raum oder erspüre deinen Atem. Lasse die aufkommenden Gedanken in deiner Wahrnehmung ankommen und bemühe dich darum, dass sie bald wieder „weiterziehen“ dürfen. Nimm dir das Recht, jeden aufkeimenden Gedanken schnell wieder „wegzuschieben“. Auf diese Weise wird dein Gemüt immer ruhiger werden und du kannst den Zustand genießen, ausschließlich bei dir selbst zu sein.

Entspannungsübung

Zu Beginn jeder Ruheeinheit führe ich eine Entspannungsübung durch, die ich hier gerne mit dir teilen möchte. Sie hilft auch wunderbar, wenn man sehr aufgeregt ist. Perfekt also für alle, die unter großem Lampenfieber leiden, bevor sie die Bühne betreten.

 

  1. Atme normal tief ein und dann komplett aus.
  2. Atme jetzt nicht wieder ein, sondern verharre in diesem Zustand und zähle von 21 bis 24.
  3. Atme dann so tief ein, wie du kannst, und gleich wieder komplett aus.
  4. Atme nicht gleich wieder ein! Zähle nun von 21 bis 25.

 

Diesen Vorgang wiederholst du, bist du bis 28 oder noch länger gezählt hast. Wichtig ist, dass du nach dem Ausatmen nicht gleich wieder einatmest, sondern in ausgeatmetem Zustand von Mal zu Mal länger abwartest.

Am Anfang hast du vielleicht ein sehr beklemmendes Gefühl und das Bedürfnis, gleich wieder einzuatmen. Aber mit ein bisschen Übungen wirst du den „atemlosen“ Zustand sehr bewusst wahrnehmen. Er wird sich sehr leicht und angenehm anfühlen und lässt dich erahnen, wie super entspannt du dich gleich fühlen wirst.

 

Mein Ruheplatz ist unser Wohnzimmersofa. Fast jeden Morgen – ganz früh – bevor das Haus erwacht – folgt das immer gleiche Ritual: ich zünde eine Kerze an, setze mich mit einer Tasse Tee aufs Sofa und trinke einen Schluck. Da ich sehr gerne natürliche Raumsprays (auf der Basis naturreiner ätherischer Öle) herstelle, sprühe ich einen Pumpstoß vor mein Gesicht und atme den Duft entspannt ein. Mmmmmmh. Das ist wirklich himmlisch! Anschließend führe ich die oben beschriebene Entspannungsübung durch. Danach bin ich bereit für diverse mentale Übungen. Aber das wird ein eigenes Thema, über das ich demnächst einen Blog-Artikel verfassen möchte.

 

Ich hoffe, dir haben meine Ideen zur Entspannung gefallen. Über einen Kommentar oder deine Meinung zum Thema würde ich mich sehr freuen! 

 

Deine ite

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